Bücher mit „Geschichte“

Wer mag vor 50 Jahren mit dieser Boardkarte unterwegs gewesen sein?

Vor einiger Zeit habe ich einen ganzen Karton Bücher vor dem Papiermüllcontainer gerettet. Darin waren neben ulkigen Romanen von Terry Pratchett und Douglas Adams auch einige (unfreiwillg) noch ulkigere Romane aus den 1970er Jahren, die bis gestern ungelesen in der Kiste verstaubten. Schon der Klappentext der meisten Bücher machte nicht gerade Lust, das zu ändern. Aber dennoch entpuppte sich der Inhalt eines bestimmten Buches nun als sehr interessant. Als ich „Das Mädchen aus Storyville“ von Frank Yerby zur Hand nahm, um mit Sohnemann daraus einen Büchertresor zu basteln, fiel mir eine Boardkarte entgegen. Dem Design nach höchstwahrscheinlich auch aus den 70ern, das Ziel des Fluges: Rio.

Sofort hatte ich Fragen und Ideen im Kopf. Wer mag damals nach Rio geflogen sein und warum? Flüge waren in den 70ern ziemlich teuer und Reisen ans andere Ende der Welt sowieso. Wie mag es damals in Rio zugegangen sein? Wild und ungezügelt? Wer weiß das schon? Nur die Person, die dabei war. Laut Boardkarte hieß sie: GRMGRP. Ein merkwürdiger Name, zugegeben, Aber vielleicht war es ja ein Geheimagent, der heimlich Romane über Mädchen gelesen hat, die es in das „größte Dirnenviertel der Neuen Welt“ gezogen hat. Fragen über Fragen und alles ist denkbar. Doch wir werden die Wahrheit wohl nie erfahren und müssen uns – wie so oft bei Büchern – auf unsere eigene Fantasie verlassen, um die Lücken der Geschichte zu füllen. Ich werde nun erstmal die anderen Bücher durchstöbern, vielleicht finde ich ja noch brisante Geheimdokumente.

Hörbuch selbst produzieren: Teil 12 (Aussprache)

Dies ist Teil 12 meiner neuen mehrteiligen Serie zur professionellen Hörbuchproduktion in Eigenregie. Ab sofort folgen wöchentlich alle weiteren Artikel, die von A bis Z erklären, wie man von der Idee zum fertigen Hörbuch in den Shops kommt. Alle Inhalte sind auch gesammelt als Buch und E-Book erhältlich. Sämtliche Links dazu finden sich auch noch einmal am Ende des Textes.

Crashkurs in Sachen Aussprache

Unsere Sprache besteht bekanntermaßen aus Vokalen und Konsonanten, die zusammen die Worte formen, die wir artikulieren und verstehen können. Über die richtige Aussprache mit allen Regeln, Ausnahmen und Besonderheiten wurden eigene Bücher verfasst, daher will ich mich hier auf das absolut Nötigste beschränken. Um eine gut verständliche und angenehme Aussprache zu erreichen, müssen wir bei den Vokalen sicherstellen, dass diese sauber gebildet werden, sprich, dass ein A ein A ist und nicht zum O oder Ä tendiert. Es gibt hier in der Prominenz und Politik einige (amüsante) Beispiele, die etwa kein echtes A sprechen, sonder alles mehr oder weniger durch O ersetzen.

Da wir aber nicht „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ singen, sondern ein gut klingendes Hörbuch produzieren wollen, sollte man die eigene Aussprache dahingehend einmal kritisch unter die Lupe nehmen. Das gilt gleichermaßen für O und U, die oft zu sehr verschmelzen, und ebenso für die klare Abgrenzung zwischen I, E und Ü sowie weiteren Vokalen. Generell gilt es, die Stimme „nach vorne zu holen“, also nicht zu sehr gepresst oder „knödelig“ im Hals zu sprechen, wie es bei einigen Dialekten der Fall ist. Stellen Sie sich vor, dass die Laute auf der Zunge liegen und Sie sie aus dem Mund hinaus befördern wollen.

Konsonanten und Konsonantengruppen

Die Konsonanten sind ein weites Feld in der Aussprache und es gibt zahlreiche Regeln und Ausnahmen, wie welche Konsonantengruppen in bestimmten Worten gesprochen werden. Dies alles abzuhandeln, würde den Rahmen sprengen. Wenn Sie sich jedoch unsicher sind, wie ein bestimmtes Wort ausgesprochen wird, sollten Sie einen Blick in den Duden, Band 6 „Das Aussprache-Wörterbuch“ werfen. Darin wird sich so gut wie jedes Deutsche (und auch jedes geläufige Fremdwort) finden.
Daher will ich an dieser Stelle nur darauf hinweisen, speziell auf eine gute Artikulation der laute G und K, D und T sowie B und P zu achten. Diese sind jeweils unterschiedlich harte Abstufungen des gleichen Lautes und sollten sauber unterscheidbar sein. Vor allem für Autoren aus dialektgeprägten Gegenden, wie etwa Franken, ist dies eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, da hier B und P sowie D und T in der Mundart oft gleich ausgesprochen werden. Dazu kann es sinnvoll sein, mit Wörtern zu trainieren, die beide Laute beinhalten, wie etwa Daten – Taten, Kasse – Gasse, Tante – Dante, Pass – Bass, Gebäck – Gepäck oder Worten mit mehreren ähnlichen Konsonanten, wie etwa Budapest, Bosporus, Gelsenkirchen, Gulaschkanone, Kakerlake, Tarantel, Donautal und so weiter.

Drei verschiedene CHs

Zwei kleine Hinweise noch zu den lauten CH und R. Das CH wird im Deutschen auf drei verschiedene Arten gesprochen, wie ein tatsächliches CH, etwa in lachen oder auch in Chirurg oder Chemie, wie ein TSCH, etwa in Chile oder Chili oder wie ein hartes K, wie in Chor und Chaos oder auch in Eigennamen wie etwa Chiemsee. Das R kann auf verschiedene Arten gebildet werden, etwa mit dem Zäpfchen (am Gaumen) oder mit der Zunge vorne an den Zähnen (rollendes R). Beide sind als Sprecher „erlaubt“ und anwendbar. Früher galt das rollende Zungen-R als das bevorzugte R, heute setzt sich zunehmend das Zäpchen-R durch. In jedem Fall zu vermeiden ist das Rachen-R, bei dem der R-Laut mehr zum CH wird: Es klingt dann schnell nach Spocht als nach Sport.

Korkenübung, ja oder nein?

Früher wurde sehr gerne die sogenannte „Korkenübung“ empfohlen – und einige schwören heute immer noch darauf. Dennoch ist diese Methode nicht unumstritten. Dabei wird beim Üben ein Korken zwischen die Zähne geklemmt und dann versucht, trotz dieses Hindernisses so klar wie möglich zu sprechen. Die Artikulation muss dabei wesentlich übertrieben ausgeführt werden, damit die Worte verständlich bleiben. Entfernt man dann den Korken, tut man sich viel leichter beim Sprechen. Das funktioniert in der Tat, doch halten Kritiker dagegen, dass die Bewegungen unnatürlich seien, weil der Kiefer unbeweglich bleiben muss, um dem Korken festzuhalten. Dieser Bewegungsablauf sei recht weit vom natürlichen Sprechen entfernt. Vermutlich lohnt es sich, die Übung einmal selbst auszuprobieren und hinterher zu entscheiden, ob sie einem etwas bringt. Schaden kann ein kurzer Versuch wohl kaum.

Als Alternative empfehlen manche Sprechtrainer, lieber die Zunge im Mund als Erschwernis einzusetzen, also einen Satz mehrfach zu sagen und dabei die Zunge einmal oben hinten an den Gaumen zu legen, dann oben vorne an den Gaumen, dann an die untere und obere Zahnreihe, dann herausstrecken und so weiter. Auch dies kann sehr effektiv die Aussprache trainieren und ist einen Versuch Wert.

Das Buch zur Artikelserie

Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z
Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z.

In diesem Buch, das als Taschenbuch, Ringbindung und E-Book erhältlich ist, habe ich alle relevanten Inhalte zur Hörbuchproduktion in Eigenregie zusammengefasst und mit Bildern illustriert.

Einem gut produzierten Hörbuch hört man nicht an, wie komplex der Produktionsprozess dahinter ist. Es soll auf mitreißende Art eine Geschichte erzählen, während die Technik ausgeblendet wird. Die vielen Schritte, die bei seiner Entstehung nötig sind, sollen im Hintergrund bleiben. Damit eine Produktion gelingen kann, müssen viele Faktoren zusammenkommen: passende Technik, eine gute Akustik, eine optimale Vorbereitung des Manuskripts, eine klare Aussprache und Betonung des Sprechers, eine präzise Nachbearbeitung und ein Mastering, das den Anforderungen der gängigen Shops und Portale entspricht. Will man dies als Autor selbst und ohne externe Dienstleister meistern, gilt es schon vor Beginn des Aufnahmen einige essenzielle Fragen zu klären und sich mit den Tücken der Audio-Produktion vertraut zu machen. Dieses Buch soll genau hierbei Hilfe leisten und als Leitfaden alle Grundlagen und Schritte von A bis Z auf verständliche Weise erklären und anhand von Beispielen verdeutlichen. Nach der Lektüre werden Sie fit sein, ins Abenteuer Hörbuchproduktion zu starten.

Hörbuch selbst produzieren: Teil 11 (Atmung)

Dies ist Teil 11 meiner neuen mehrteiligen Serie zur professionellen Hörbuchproduktion in Eigenregie. Ab sofort folgen wöchentlich alle weiteren Artikel, die von A bis Z erklären, wie man von der Idee zum fertigen Hörbuch in den Shops kommt. Alle Inhalte sind auch gesammelt als Buch und E-Book erhältlich. Sämtliche Links dazu finden sich auch noch einmal am Ende des Textes.

Die richtige Atmung

Grundsätzlich gibt es zwei Typen der Atmung, die wir hier kurz anreißen wollen (tatsächlich sind es mehr, doch sie können hier ausgeklammert werden). Für uns interessant sind die Bauchatmung und die Brustatmung. Grob zusammengefasst atmet man bei der Brustatmung in den Brustkorb, der sich beim Einatmen dementsprechend hebt. Auch die Schultern zieht es dabei ein wenig nach oben. Bei der Bauchatmung hingegen bewegt sich der Brustkorb so gut wie gar nicht. Stattdessen wölbt sich das Zwerchfell nach unten in den Bauchraum und schafft so Platz für die einströmende Luft. Kombiniert man beides und saugt so viel Luft ein, wie irgendwie möglich, entsteht die sogenannte Vollatmung.

Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Bauchatmung, da sie für das Sprechen sehr vorteilhaft ist und uns ein besseres und längeres Haushalten mit unserer Luft erlaubt. Sie ist auch die natürlichste Art zu atmen, denn beispielsweise im Schlaf atmen wir automatisch in den Bauch und damit „richtig“.

Übung zur Bauchatmung

Eine kurze Übung veranschaulicht den Ablauf und zeigt uns, ob wir korrekt in den Bauch atmen. Dazu setzt man sich entspannt auf einen Stuhl, legt die Hände auf den Bauch und lässt langsam die Luft durch die Nase einströmen. Der Bauch wird sich füllen und die Hände noch vorne drücken, während die Schultern unbeweglich bleiben. Man kann diese Übung auch auf dem Boden liegend machen und sich ein Buch auf den Bauch legen. Dabei kann man beobachten, wie sich das Buch beim Einatmen anhebt. Für das effiziente Sprechen sollte man sich angewöhnen, ausschließlich auf diese Weise zu atmen. Das wird bei einigen zu Anfang etwas Übung erfordern, aber die Ergebnisse sprechen bald für sich.

Wichtig beim Sprechen ist, dass man nicht zu viel Luft in die Lungen zieht, sondern den Atem fließen lässt. Atmet man zu hektisch und zu tief ein, klingt das vor dem Mikrofon schnell zischend und damit störend. Wenn die Luft dann nicht bis zum Satzende reicht und man nach „Luft schnappt“, wird der Hörer das mitbekommen. Deshalb gilt es, seinen eigenen Rhythmus beim Atmen zu finden und sich den Text den eigenen Fähigkeiten entsprechend einzuteilen. Dazu später aber noch mehr.

Zu viel Luft ist auch nicht gut

Man sollte beim Sprechen auch deshalb nicht zu viel Luft verwenden, weil die Stimme sonst „verhaucht“ klingt. Das kann als Stilmittel für bestimmte Charaktere vielleicht interessant klingen, als allgemeine Erzählerstimme ist eine verhauchte Art zu sprechen aber weniger sinnvoll. Wir wollen mit unserer Luft gut haushalten, damit wir auch längere Sätze ohne Luftholen durchsprechen können. Sollte ein Satz nicht in einem Atemzug zu sprechen sein, heißt es gezielt Pausen machen, um zu atmen. Dies tun wir am sinnvollsten dort, wo eine Sinneinheit abgeschlossen ist, also etwa zwischen Haupt- und Nebensatz, aber nicht immer zwangsläufig dort, wo ein Komma ist. Kommas haben ihre Berechtigung als Gliederungseinheit beim Lesen, aber im gesprochenen Wort klingt es zu abgehackt, wenn wir bei jedem Komma absetzen oder gar eine Pause machen. Wenn man absetzt, um Luft zu holen, sollte man darauf achten, nicht ruckartig (und damit laut) einzuatmen, sondern die Luft zügig aber natürlich einströmen zu lassen.

Das Buch zur Artikelserie

Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z
Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z.

In diesem Buch, das als Taschenbuch, Ringbindung und E-Book erhältlich ist, habe ich alle relevanten Inhalte zur Hörbuchproduktion in Eigenregie zusammengefasst und mit Bildern illustriert.

Einem gut produzierten Hörbuch hört man nicht an, wie komplex der Produktionsprozess dahinter ist. Es soll auf mitreißende Art eine Geschichte erzählen, während die Technik ausgeblendet wird. Die vielen Schritte, die bei seiner Entstehung nötig sind, sollen im Hintergrund bleiben. Damit eine Produktion gelingen kann, müssen viele Faktoren zusammenkommen: passende Technik, eine gute Akustik, eine optimale Vorbereitung des Manuskripts, eine klare Aussprache und Betonung des Sprechers, eine präzise Nachbearbeitung und ein Mastering, das den Anforderungen der gängigen Shops und Portale entspricht. Will man dies als Autor selbst und ohne externe Dienstleister meistern, gilt es schon vor Beginn des Aufnahmen einige essenzielle Fragen zu klären und sich mit den Tücken der Audio-Produktion vertraut zu machen. Dieses Buch soll genau hierbei Hilfe leisten und als Leitfaden alle Grundlagen und Schritte von A bis Z auf verständliche Weise erklären und anhand von Beispielen verdeutlichen. Nach der Lektüre werden Sie fit sein, ins Abenteuer Hörbuchproduktion zu starten.

Hörbuch selbst produzieren: Teil 10 (Indifferenzlage finden)

Dies ist Teil 10 meiner neuen mehrteiligen Serie zur professionellen Hörbuchproduktion in Eigenregie. Ab sofort folgen wöchentlich alle weiteren Artikel, die von A bis Z erklären, wie man von der Idee zum fertigen Hörbuch in den Shops kommt. Alle Inhalte sind auch gesammelt als Buch und E-Book erhältlich. Sämtliche Links dazu finden sich auch noch einmal am Ende des Textes.

Die optimale Stimmlage

Viele Menschen sprechen von Haus aus (oder wohl eher aus Gewohnheit) nicht in ihrer optimalen Stimmlage. Gerade ungeübte Sprecher sind vor dem Mikrofon oft aufgeregt, was sich sofort auf die Stimme auswirkt: Sie sprechen aufgrund der Nervosität zu hoch. Für den Hörer (und unsere Stimmbänder) ist es jedoch angenehmer, wenn wir in der „optimalen“ Stimmlage sprechen. Diese ideale Stimmlage wird in der Fachsprache als „Indifferenzlage“ bezeichnet und liegt im unteren Drittel des Stimmumfangs des Menschen. Für eine möglichst volle, angenehme und gleichzeitig stimmbandschonende Sprechweise ist es unerlässlich, die eigene Indifferenzlage zu finden und sich anzugewöhnen, hauptsächlich in dieser zu sprechen. Etwas bildhafter wird diese Stimmlage manchmal als „Wohlfühlstimmlage“ oder gar „magisch“ beschrieben. Das hat vermutlich eher mit der Wirkung der effektiv und in der richtigen Tonlage eingesetzten Stimme zu tun als mit tatsächlichen Zauberkräften.

Seine eigene Indifferenzlage finden

Wie findet man also seine eigene Indifferenzlage? Am besten setzt man sich ruhig auf einen Stuhl, schließt die Augen, atmet ein paarmal ruhig in den Bauchraum ein und wieder aus. Dann denkt an etwas Schmackhaftes/Schönes und lässt ein ganz entspanntes „Mmmmmmh, Schokolade“ oder ein „Wwwwwwww, wohlig warm“ ausströmen. Der nun ganz automatisch erzeugte Ton liegt in der Indifferenzlage. Es ist sinnig, diese Übung ab und zu zu wiederholen und sich diese optimale Stimmlage bewusst zu machen. Wenn man sich an die Indifferenzlage gewöhnt hat und sie in der Übung zügig findet, überträgt man sie auf das normale Sprechen. Man wird dabei merken, dass die Stimme warm, voll und angenehm klingt. Um zu prüfen, wie sich diese Stimmlage auf die Resonanz im Stimmapparat und den Sitz des Kehlkopfes auswirkt, kann man von außen die Finger vorne an den Hals legen und beim Summen die Tonhöhe nach unten und oben variieren. Man wird feststellen, dass sich die Vibrationen verändern und ebenso der Sitz des Kehlkopfes. Je höher der Ton, desto weiter rutscht er nach oben. Wie bereits erwähnt, ist es für den Klang der Stimme und die Belastung des Sprechapparats günstiger, wenn der Kehlkopf locker und nicht zu hoch sitzt.

Summen und Resonanzräume

Zum Aufwärmen der Stimme eignet sich auch Summen sehr gut, so etwa auch durch die Nase. Dabei kann man auch die Resonanzräume im Nasenbereich gut erkunden. Man atmet dazu langsam und locker über die Nase aus und erzeugt einen Ton. Idealerweise haben Sie vorher die oben beschriebene Gähnübung durchgeführt, so dass Rachen- und Mundraum geweitet sind. Zunge und Hals lassen Sie dabei locker. Als Variation öffnen Sie dann (während Sie weiter ausatmen) langsam den Mund und formen ein „Maaaaaa“ oder „Moooooo“. Die Weitung des Halses behält man dabei die ganze Zeit bei.

Übungen zur Entspannung Körpers

Die Stimme ist nicht nur ein Produkt des Hals- und Mundraums, sondern wird auch durch den gesamten Körper beeinflusst. Verspannungen und Unwohlsein können sich negativ auf die Stimme auswirken. Wir können jemandem daher auch anhören, wenn er sich nicht gut fühlt. Vor allem Verspannungen im Schulterbereich sind für Sprecher tückisch. Deshalb kann man vor dem Sprechen gezielt für eine Entspannung der Schulter- und Beckenregion sorgen: Man stellt sich dazu bequem aufrecht hin, die Füße hüftbreit auseinander. Man achte darauf, dass Schultern und auch Knie locker und entspannt sind. Während des Einatmens hebt man dann die Schultern deutlich an und lässt sie beim Ausatmen mit einem „saftigen“ Seufzer einfach fallen. Die Übung kann man drei- oder viermal wiederholen.

Ebenfalls zur Lockerung trägt das Schulterkreisen bei: Dazu führt man mit den Schultern kreisende Bewegungen mit und entgegen dem Uhrzeigersinn aus. Auch hierbei sollte man möglichst locker stehen. Nach gleichem Schema kann man auch das Becken mehrmals in fließenden Bewegungen kreisen lassen. Sie sollten sich angewöhnen, alle in den zurückliegenden Abschnitten erwähnten Übungen zu ihrer Aufwärmroutine vor dem Sprechen zusammenzufassen und jedes Mal zu absolvieren, bevor Sie sich hinter das Mikrofon setzen. Zusätzlich dazu können Sie mit einigen der bekannten „Zungenbrecher“ wie Fischers Fritze und Ähnlichem Ihre Artikulation trainieren. Das Internet ist voll mit Beispielsätzen, die man sich nach Belieben zusammenstellen und regelmäßig üben kann.

Das Buch zur Artikelserie

Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z
Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z.

In diesem Buch, das als Taschenbuch, Ringbindung und E-Book erhältlich ist, habe ich alle relevanten Inhalte zur Hörbuchproduktion in Eigenregie zusammengefasst und mit Bildern illustriert.

Einem gut produzierten Hörbuch hört man nicht an, wie komplex der Produktionsprozess dahinter ist. Es soll auf mitreißende Art eine Geschichte erzählen, während die Technik ausgeblendet wird. Die vielen Schritte, die bei seiner Entstehung nötig sind, sollen im Hintergrund bleiben. Damit eine Produktion gelingen kann, müssen viele Faktoren zusammenkommen: passende Technik, eine gute Akustik, eine optimale Vorbereitung des Manuskripts, eine klare Aussprache und Betonung des Sprechers, eine präzise Nachbearbeitung und ein Mastering, das den Anforderungen der gängigen Shops und Portale entspricht. Will man dies als Autor selbst und ohne externe Dienstleister meistern, gilt es schon vor Beginn des Aufnahmen einige essenzielle Fragen zu klären und sich mit den Tücken der Audio-Produktion vertraut zu machen. Dieses Buch soll genau hierbei Hilfe leisten und als Leitfaden alle Grundlagen und Schritte von A bis Z auf verständliche Weise erklären und anhand von Beispielen verdeutlichen. Nach der Lektüre werden Sie fit sein, ins Abenteuer Hörbuchproduktion zu starten.

Hörbuch selbst produzieren: Teil 9 (Stimmbildung und Sprechtraining)

Dies ist Teil 9 meiner neuen mehrteiligen Serie zur professionellen Hörbuchproduktion in Eigenregie. Ab sofort folgen wöchentlich alle weiteren Artikel, die von A bis Z erklären, wie man von der Idee zum fertigen Hörbuch in den Shops kommt. Alle Inhalte sind auch gesammelt als Buch und E-Book erhältlich. Sämtliche Links dazu finden sich auch noch einmal am Ende des Textes.

Das Sprechen vor dem Mikrofon

Einige Standardwerke der Sprecherziehung und Stimmbildung.

Zunächst einmal der Hinweis, dass dieser Abschnitt des Buches nur ein Crashkurs sein kann, welcher erste Anhaltspunkte dazu gibt, wie sich die eigene Stimme und die Aussprache verbessern lassen. Es gibt einige umfangreiche Fachbücher allein zum Thema Stimmbildung, Sprechertraining und Sprecherziehung. Einige davon habe ich im Anhang verlinkt. Will man das Handwerk wirklich von Grund auf erlernen und seine eigene Stimme in allen Bereichen schulen, wird kein Weg an einer umfassenden Sprecherziehung durch einen fachkundigen Lehrer vorbeiführen. Dennoch lassen sich die gröbsten Fehler vermeiden, wenn man die folgenden Ratschläge und Techniken beherzigt. Vergleichen Sie einfach eine Testaufnahme, die Sie vor dem Lesen des Kapitels gemacht haben, mit einer Aufnahme, die Sie nach der Lektüre und nach Anwendung der Übungen gemacht haben. Der Unterschied wird hoffentlich deutlich hörbar sein.

Der Sprechapparat des Menschen

Der Sprechapparat des Menschen ist reichlich komplex. Es sind viele unterschiedliche Organe und Muskeln beteiligt, die im Einklang stehen müssen und zusammen mit der richtigen mentalen Einstellung zu einer sauberen und angenehm klingenden Artikulation von Lauten und Wörtern führen. Es soll hier kein Exkurs in die Anatomie des Menschen stattfinden, aber als „Sprechender“ sollte man sich beim Üben einmal bewusst machen, wie sich die einzelnen Bereiche im Hals-, Rachen- und Mundraum beim Sprechen verhalten und wie man ihre Funktion gezielt beeinflussen kann. Das beginnt schon beim Sitz des Kehlkopfes, der relativ tief und entspannt im Hals sitzen sollte, damit die Stimme nicht zu hoch und gepresst wirkt.

Gähnen wirkt Wunder

Auch der Rachenraum sollte weit sein, um mehr Resonanz zu schaffen. Hierzu kann man versuchen, mehrere Male künstlich zu gähnen. Manchmal reicht es dazu schon, sich vorzustellen, man würde gähnen, um es tatsächlich herbeizuführen. Falls das nicht klappt, öffnen Sie Ihren Mund weit und sorgen sie so (bis in den Hals hinein) für eine Weite, wie sie auch dem Gähnen entsteht. Sie können dann einen langen „Aahh“-Ton produzieren und werden dabei spüren, wie sich dieser Laut nun voll resonant vom Brustkorb bis in den Mund ausbreiten kann. Es kann sinnig sein, diese Übung mehrfach zu wiederholen, um ein besseres Gefühl für die Veränderungen im Rachenraum zu bekommen. Irgendwann spürt man dann, wie Hals und Rachen sich bereits weiten, sobald man in Sprechposition geht.

Bewegliche Lippen für saubere Aussprache

Die Zunge sollte beweglich und agil sein, ebenso die Lippen. Diese beiden Organe sind für die saubere Artikulation extrem wichtig, da hier die Konsonanten gebildet werden, die die Sprache erst verständlich machen. Bevor man mit dem Sprechen beginnt, kann man diese Organe gezielt lockern. Man lässt die Zunge mehrere Male im Uhrzeigersinn zwischen Zahnreihen und Lippen bei geschlossenem Mund kreisen, dann wiederholt man es entgegen dem Uhrzeigersinn. Man merkt schnell eine Art Anstrengung, was gewollt ist. Schnalzen Sie dann ein paar Mal hinten und vorne am Gaumen, strecken sie die Zunge weit heraus und ziehen Sie sie wieder ein. Formen sie mit den Lippen ein weites A und gehen in ein rundes O über und wiederholen sie dies mehrfach. Lassen Sie durch die geschlossenen Lippen Luft ausströmen und „blubbern“ sie mit den Lippen. Summen Sie einen Ton dazu. Sie können dabei den Druck und die Tonhöhe von tief nach hoch (und umgekehrt) verändern. Das alles dient dazu, Lippen und Zunge möglichst agil zu machen, so dass die Artikulation anschließend leichter fällt.

Aufwärmen, um die Stimme zu schonen

Ziel unserer Aufwärmübungen ist es, dass die Stimme vom ersten Satz an möglichst voll und klar klingt, ohne dass man sich als Sprecher übermäßig anstrengt. Wir möchten vermeiden, dass die Stimme möglicherweise überstrapaziert wird. Denn übertreibt man es, gerade am Anfang, können Heiserkeit und im schlimmsten Fall Stimmbandschäden die Folge sein. Deshalb der Rat: Nicht zu früh Vollgas geben, sondern die Stimme lieber stetig trainieren und an die Belastung des längeren Sprechens vor dem Mikrofon gewöhnen.

Das Buch zur Artikelserie

Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z
Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z.

In diesem Buch, das als Taschenbuch, Ringbindung und E-Book erhältlich ist, habe ich alle relevanten Inhalte zur Hörbuchproduktion in Eigenregie zusammengefasst und mit Bildern illustriert.

Einem gut produzierten Hörbuch hört man nicht an, wie komplex der Produktionsprozess dahinter ist. Es soll auf mitreißende Art eine Geschichte erzählen, während die Technik ausgeblendet wird. Die vielen Schritte, die bei seiner Entstehung nötig sind, sollen im Hintergrund bleiben. Damit eine Produktion gelingen kann, müssen viele Faktoren zusammenkommen: passende Technik, eine gute Akustik, eine optimale Vorbereitung des Manuskripts, eine klare Aussprache und Betonung des Sprechers, eine präzise Nachbearbeitung und ein Mastering, das den Anforderungen der gängigen Shops und Portale entspricht. Will man dies als Autor selbst und ohne externe Dienstleister meistern, gilt es schon vor Beginn des Aufnahmen einige essenzielle Fragen zu klären und sich mit den Tücken der Audio-Produktion vertraut zu machen. Dieses Buch soll genau hierbei Hilfe leisten und als Leitfaden alle Grundlagen und Schritte von A bis Z auf verständliche Weise erklären und anhand von Beispielen verdeutlichen. Nach der Lektüre werden Sie fit sein, ins Abenteuer Hörbuchproduktion zu starten.

Rekursion: Jenseits der Zeit

Am 18.2. wird mein neuer Roman „Rekursion: Jenseits der Zeit“ erscheinen, ein Tech-Thriller mit Science-Fiction-Elementen. Das E-Book ist bereits jetzt vorstellbar. Die Taschenbuch-Version wird pünktlich am 18.2. lieferbar sein.

Anbei der Klappentext sowie das Cover. Eine Leseprobe aus dem ersten Kapitel findet sich hier als PDF.

Darum geht es in Rekursion:

Eine rätselhafte Botschaft aus der Zukunft rettet der Familie des Tachyonenforschers Dr. Marc Jensen eines Nachts das Leben. Am nächsten Morgen jedoch ist seine gesamte Forschungsarbeit verschwunden — und mit ihr der Beweis, dass die lange für undenkbar gehaltenen Tachyonen tatsächlich existieren.
10 Jahre später holt Dr. Jensen die Vergangenheit ein: Fragmente seiner Arbeit tauchen plötzlich wieder auf, Forscherkollegen sterben und seine Tochter wird entführt.
Um sie zu retten, muss er sich einem schier übermächtigen Feind stellen, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Schlimmer noch: Wenn Jensen scheitert, droht das Gefüge von Raum und Zeit ins Chaos zu stürzen.

Hörbuch selbst produzieren: Teil 8 (Der Aufnahmeraum)

Dies ist Teil 8 meiner neuen mehrteiligen Serie zur professionellen Hörbuchproduktion in Eigenregie. Ab sofort folgen wöchentlich alle weiteren Artikel, die von A bis Z erklären, wie man von der Idee zum fertigen Hörbuch in den Shops kommt. Alle Inhalte sind auch gesammelt als Buch und E-Book erhältlich. Sämtliche Links dazu finden sich auch noch einmal am Ende des Textes.

Akustik zählt: Der Aufnahmeraum

Eine ganz wesentliche Frage bei der Hörbuchproduktion lautet: Wo soll ich aufnehmen? Es ist natürlich klar, dass sich nicht jeder für die Hörbuchaufnahme extra einen speziellen Studioraum einrichten kann. Daher wird in den allermeisten Fällen ein anderes Zimmer temporär für diesen Zweck genutzt werden. Das kann ein Arbeits-, Wohn- oder Gästezimmer sein. Wichtig ist, dass der Raum gut klingt, nicht allzu klein ist und vor allem nicht gefliest ist. Damit scheiden das Badezimmer und die Küche logischerweise meist aus. Jeder, der schon einmal in der Badewanne gesungen hat, weiß, dass die Akustik nicht besonders ist. Harte, glatte Oberflächen, wie Fliesen, Fensterscheiben oder Spiegel reflektieren den Schall besonders gut und sorgen im Zusammenspiel mit den relativ kleinen Abmessungen dieser Räume für eine hallende Akustik, in welcher die Sprachverständlichkeit leidet. Das ist genau das Gegenteil dessen, was wir erreichen wollen. Unser Aufnahmeraum soll wenig hallen und vergleichsweise „trocken“ klingen. Es ist als erste Maßnahme sinnig, durch die in Betracht kommenden Räume zu gehen und einmal in die Hände zu klatschen. Der Raum, in dem es am wenigsten hallt und der am natürlichsten klingt, sollte den Vorzug bekommen.

Komfort und Arbeitsklima beim Aufnehmen

Ein weiterer Aspekt ist der Komfort beziehungsweise das Arbeitsklima. Sie sollten sich in dem Aufnahmeraum wohlfühlen, denn ein komplettes Hörbuch einzusprechen, dauert relativ lange. Ein unbeheizter, feuchter Kellerraum ist also nicht sonderlich gut geeignet. Tageslicht und Belüftbarkeit ist von Vorteil, solange keine großen reflektierenden Fensterfronten in unmittelbarer Nähe der Aufnahmeposition sind. Der Raum sollte in jedem Fall groß genug sein, dass sich Schreibtisch, Computer und Aufnahmetechnik dort unterbringen lassen.
Welche üblichen Probleme gibt es? So gut wie kein normaler Wohnraum wird für die Audioproduktion sofort optimal geeignet sein, vielmehr wird jeder Raum gewisse Schwachstellen haben, mit denen man umgehen muss und kann. Bereits erwähnt wurde der Hall, der entsteht, wenn der Schall von glatten Flächen reflektiert wird, ohne zerstreut zu werden. Am schwierigsten sind kleine quadratische Räume, da diese je nach Geometrie einige Frequenzen stark überbetonen (Stichwort: „Stehende Wellen“). Demnach ist ein größerer und nicht quadratischer (idealerweise unsymmetrischer/abgeschrägter) Raum die beste Wahl. Ein Raum mit großen Polstermöbeln und dicken Vorhängen wird zudem von Haus aus angenehmer und trockener klingen.

Nebengeräusche und Reflexionen

In jedem Raum können Nebengeräusche auftreten, seien es knarzende Dielen, laufende Elektrogeräte, tickende Uhren, vorbei rumpelnde LKW oder der unsäglich laute Fernseher von Oma Hildegard im ersten Stock. All dies gilt es weitestgehend zu minimieren. Sofern möglich positionieren Sie Ihr Aufnahme-Setup samt Mikrofon eher in die Mitte des Raumes und damit etwas weiter von Wänden und vor allem Ecken weg. Denn in Ecken werden meist bestimmte Bassfrequenzen überbetont.

Klang mit Akustik-Elementen optimieren

Wie kann ich den Raum optimieren? Um den Raumklang zu verbessern und Probleme zu mildern, eignen sich diverse akustische Elemente, so etwa dicke Vorhänge, das Abhängen mit Bühnen-Molton, der Selbstbau von Breitband-Absorbern (etwa aus Stein- oder Glaswolle) oder der Kauf von fertigen Akustikelementen und Mikrofon-Abschirmungen. Eine gute Anleitung zum Selbstbau findet sich in den Links am Ende des Buches. Um direkte Reflexionen ins Mikrofon zu mildern, kann man einen sogenannten „Mic-Screen“, drumherum bauen. Dies ist eine Art mobiler Absorber und Diffusor. Einige Modelle hier sind: the t.bone Micscreen LE (ca. 50 Euro), SE Electronics RF-X Reflexion Filter (ca. 80 Euro), Vicoustic Flexi Screen Ultra MKII (ca. 150 Euro) oder der SE Electronics Reflexion Filter Pro (ca. 175 Euro).

Selbstbau einer Sprecherkabine

Eine andere Möglichkeit, die man in Foren häufiger liest, ist der Bau einer Sprecherkabine im Raum. Diese relativ kleinen Kabinen sollen den Sprecher und das Mikro von den Nebengeräuschen und dem Hall des Raums abkoppeln. Das ist natürlich prinzipiell ein gutes Konzept, bei dem man mit entsprechender Nachbearbeitung zu relativ guten Ergebnissen kommen kann, aber es gibt auch Probleme beziehungsweise Nachteile. Damit es nicht klingt, als hätte man das Hörbuch mit dem Kopf in einer Holzkiste eingesprochen, muss man die Kabine relativ stark dämpfen. Oft wird dies mit Akustikschaum gemacht, der unter den Bezeichnungen „Noppenschaum“ oder „Pyramidenschaumstoff“ verkauft wird. Dieses Material hat natürlich eine dämpfende Wirkung, allerdings muss man wissen, dass es aufgrund seiner Beschaffenheit hauptsächlich hohe und mittlere Frequenzen „schluckt“. Übertreibt man es mit diesen Schaumplatten, klingt der Raum (oder die Kabine) dumpf und basslastig. Die Brillanz geht verloren und die Stimme klingt wummernd und undefiniert.

Wahl der Absorber ist entscheidend

Schaumstoffe zur Dämmung sollten, wenn überhaupt, nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden.
Schaumstoffe zur Dämmung sollten, wenn überhaupt, nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden.

Wenn man dem entgegenwirken möchte, empfiehlt sich für das Dämpfen der Kabine ein Absorber, der eher breitbandig über den gesamten Frequenzbereich wirkt. Das kann wieder die oben erwähnte Glas- oder Mineralwolle sein, die man in mindestens zehn Zentimetern Dicke anbringt und mit Stoff bespannt. Bei der Arbeit mit diesem Material (vor allem, wenn es geschnitten wird) sollte aber auf die nötigen Schutzmaßnahmen geachtet werden, sprich: gute Belüftung, Handschuhe, Mundschutz und dergleichen. Man möchte die kleinen Fasern weder einatmen noch auf die Haut bekommen, da sie unangenehm jucken.

Wenn man überlegt, eine Kabine zu bauen, sollte man ebenfalls den Komfort bedenken. Es kann sehr unangenehm werden, stundenlang in einer kleinen, fensterlosen Kabine ohne Belüftung und Tageslicht zu sitzen. Daher sollte man die Kabine nicht zu klein dimensionieren, ein Fenster einbauen oder ausreichend Lüftungsöffnungen integrieren. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass eine kleine Kabine nur zum Stehen geeignet ist. Das ist für Hörbucharbeit eher ungewöhnlich und nachteilig, da es über längere Zeit recht anstrengend werden kann. Womöglich ist es also angenehmer, auf die Kabine zu verzichten und stattdessen den Aufnahmeraum mit moderaten Maßnahmen zu optimieren. Die übrigen Probleme des Raumes lassen sich auch mittels Software in der Nachbearbeitung angehen.

Das Buch zur Artikelserie

Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z
Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z.

In diesem Buch, das als Taschenbuch, Ringbindung und E-Book erhältlich ist, habe ich alle relevanten Inhalte zur Hörbuchproduktion in Eigenregie zusammengefasst und mit Bildern illustriert.

Einem gut produzierten Hörbuch hört man nicht an, wie komplex der Produktionsprozess dahinter ist. Es soll auf mitreißende Art eine Geschichte erzählen, während die Technik ausgeblendet wird. Die vielen Schritte, die bei seiner Entstehung nötig sind, sollen im Hintergrund bleiben. Damit eine Produktion gelingen kann, müssen viele Faktoren zusammenkommen: passende Technik, eine gute Akustik, eine optimale Vorbereitung des Manuskripts, eine klare Aussprache und Betonung des Sprechers, eine präzise Nachbearbeitung und ein Mastering, das den Anforderungen der gängigen Shops und Portale entspricht. Will man dies als Autor selbst und ohne externe Dienstleister meistern, gilt es schon vor Beginn des Aufnahmen einige essenzielle Fragen zu klären und sich mit den Tücken der Audio-Produktion vertraut zu machen. Dieses Buch soll genau hierbei Hilfe leisten und als Leitfaden alle Grundlagen und Schritte von A bis Z auf verständliche Weise erklären und anhand von Beispielen verdeutlichen. Nach der Lektüre werden Sie fit sein, ins Abenteuer Hörbuchproduktion zu starten.

Hörbuch selbst produzieren: Teil 7 (PC-Optimierung)

Der Energiesparplan „Höchstleistung“ sollte gewählt werden.

Dies ist Teil 7 meiner neuen mehrteiligen Serie zur professionellen Hörbuchproduktion in Eigenregie. Ab sofort folgen wöchentlich alle weiteren Artikel, die von A bis Z erklären, wie man von der Idee zum fertigen Hörbuch in den Shops kommt. Alle Inhalte sind auch gesammelt als Buch und E-Book erhältlich. Sämtliche Links dazu finden sich auch noch einmal am Ende des Textes.

PC-Optimierung: Energieoptionen und Co

Sind die Audio-Software sowie der Treiber des Audio-Interface installiert und eingerichtet, kann es prinzipiell an erste Testaufnahmen gehen. Dennoch lohnt es sich, zuvor noch einen Blick auf die Einstellungen des Computers zu werfen, damit alles möglichst rund und ohne unangenehme Überraschungen läuft. Den ersten Blick sollte man auf die Energie-Optionen des PCs richten. Bei den „Energiesparplänen“ sollte die Option „Höchstleistung“ gewählt werden. Dies verhindert, dass sich bei einer längeren Aufnahmesession plötzlich Bildschirm, Festplatten oder USB-Geräte abschalten. Bei der Verwendung von USB-Audio-Interfaces und besonders USB-Mikrofonen ist es zudem ratsam, alle unnötigen USB-Geräte vom Computer abzustecken, um Gerätekonflikte und Störgeräusche zu vermeiden. Beenden Sie bei Audio-Aufnahmen am besten auch alle anderen gerade nicht benötigten Programme und Hintergrund-Dienste wie etwa Cloud-Synchronisation oder Zubehör-Apps.

Außerdem empfiehlt es sich, den verfügbaren Festplattenplatz zu prüfen – nicht, dass mitten in der Aufnahme der Speicher knapp wird. Ideal ist eine eigene Festplatte für die Audio-Daten zu verwenden (es kann auch eine externe Platte sein). Zusätzlich sollte man regelmäßige Backups einrichten, denn nichts ist frustrierender als mehrere Tage Arbeit wegen eines Festplattencrashs oder eines Blitzeinschlags zu verlieren.

Aufstellung des Computers im Raum

Ein letzter Hinweis noch in Sachen Computer, genauer zur Aufstellung des PCs: Dieser Punkt leitet prinzipiell zum nächsten großen Abschnitt über, der Akustik des Aufnahmeraums, da es aber unmittelbar zum Computer gehört, sei er hier noch ergänzt. Für Audio-Aufnahmen ist es nämlich sinnig, auf die Position des Computers in Relation zum Mikrofon zu achten. Das Geräusch eines PC-Lüfters kann auf einer Sprachaufnahme sehr störend wirken. Daher empfiehlt es sich, einen sehr leisen Laptop für die Aufnahme zu verwenden und ihn möglichst hinter dem Mikro zu positionieren, wo dieses am wenigsten empfindlich ist. Wenn man einen Desktop-PC verwendet (wofür es aus Gründen der Performance gute Gründe gibt), kann es sein, dass dessen Lüfter recht deutlich zu hören ist. Hier gilt es, am besten Abstand schaffen und den PC so weit weg vom Mikrofon wie möglich aufstellen. Notfalls kann man hier mit einer Monitorkabelverlängerung und/oder Funkmaus und -tastatur arbeiten. Den Rechner in einen Schrank oder Ähnliches zu stellen, sollte man vermeiden, denn darin kann sich die Hitze stauen und das Gerät beschädigen.

Das Buch zur Artikelserie

Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z
Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z.

In diesem Buch, das als Taschenbuch, Ringbindung und E-Book erhältlich ist, habe ich alle relevanten Inhalte zur Hörbuchproduktion in Eigenregie zusammengefasst und mit Bildern illustriert.

Einem gut produzierten Hörbuch hört man nicht an, wie komplex der Produktionsprozess dahinter ist. Es soll auf mitreißende Art eine Geschichte erzählen, während die Technik ausgeblendet wird. Die vielen Schritte, die bei seiner Entstehung nötig sind, sollen im Hintergrund bleiben. Damit eine Produktion gelingen kann, müssen viele Faktoren zusammenkommen: passende Technik, eine gute Akustik, eine optimale Vorbereitung des Manuskripts, eine klare Aussprache und Betonung des Sprechers, eine präzise Nachbearbeitung und ein Mastering, das den Anforderungen der gängigen Shops und Portale entspricht. Will man dies als Autor selbst und ohne externe Dienstleister meistern, gilt es schon vor Beginn des Aufnahmen einige essenzielle Fragen zu klären und sich mit den Tücken der Audio-Produktion vertraut zu machen. Dieses Buch soll genau hierbei Hilfe leisten und als Leitfaden alle Grundlagen und Schritte von A bis Z auf verständliche Weise erklären und anhand von Beispielen verdeutlichen. Nach der Lektüre werden Sie fit sein, ins Abenteuer Hörbuchproduktion zu starten.

NAGLFAR: Ark of the Gods (English Edition)

A breath-taking arctic adventure with a new twist on Norse mythology!

In the Arctic archipelago of Svalbard miners make an unexpected discovery: a cave with ancient petroglyphs and a giant ship that has a dangerous secret. When one of the men touches it, he goes berserk and kills several workers.

Archaeologist Anika Wahlgren is called out to Svalbard to investigate the ancient ship. Yet she has no idea what she’s about to uncover: NAGLFAR! The ship from Norse mythology that heralds the end of the world.

With a team of international researchers she’s determined to get to the bottom of the mystery before even more lives are lost. But there is no end to the tragic incidents. It becomes clear that there is far more to the ship than meets the eye. And its inexplicable powers arouse desires. The researchers are no longer the only ones who want to take advantage of this secret.

With a blizzard coming in from the north the team is running out of time…

 

Hörbuch selbst produzieren: Teil 6 (Software)

Dies ist Teil 6 meiner neuen mehrteiligen Serie zur professionellen Hörbuchproduktion in Eigenregie. Ab sofort folgen wöchentlich alle weiteren Artikel, die von A bis Z erklären, wie man von der Idee zum fertigen Hörbuch in den Shops kommt. Alle Inhalte sind auch gesammelt als Buch und E-Book erhältlich. Sämtliche Links dazu finden sich auch noch einmal am Ende des Textes.

Audio-Software für die Hörbuchproduktion

Die Lizenz von Reaper schlägt mit circa 60 Euro zu Buche (kommerzielle Lizenz: 225 Euro).
Die Lizenz von Reaper schlägt mit circa 60 Euro zu Buche (kommerzielle Lizenz: 225 Euro).

Um ein Hörbuch flüssig und auf hohem Niveau bearbeiten zu können, benötigt man neben der bereits beschriebenen Hardware auch eine passende Software. Diese sollte möglichst unkompliziert und intuitiv zu bedienen sein, zuverlässig laufen und genügend Werkzeuge für den Tonschnitt und die Klangbearbeitung mitbringen. Letzteres wird häufig auch durch „Plugins“ realisiert, das sind kleine Hilfsprogramme, die man zusätzlich in seine Audio-Software (DAW, Digital Audio Workstation) lädt. Sie übernehmen in der Regel spezielle Aufgaben, wie etwa Rauschentfernung, Tonkorrekturen, Kompression und vieles mehr (Ausführliches dazu später unter den Punkten Bearbeitung und Mastering).

Die gute Nachricht ist, dass alle gängigen DAWs von Haus aus eine Fülle von Werkzeugen und Plugins mitbringen, die für die grundlegende Bearbeitung ausreichend sind. Abraten möchte ich von reinen Schnittprogrammen, wie beispielsweise das Open-Source-Programm Audacity. Theoretisch ist es zwar möglich, damit ein Hörbuch aufzunehmen und zu schneiden. Das Programm lässt allerdings in Sachen Bedienung sehr zu wünschen übrig und ist vom Funktionsumfang her deutlich eingeschränkt. Daher empfehle ich folgende Programme:

  • Presonus Studio One 5 Artist (etwa 95 Euro)
  • Steinberg Cubase Elements (etwa 100 Euro)
  • Reaper (circa 60 Euro, kommerzielle Lizenz: 225 Euro)
Studio One von Presonus ist als kostenlose Version (Prime) verfügbar, die für die Aufnahme und Bearbeitung alle wesentlichen Funktionen mitbringt.
Studio One von Presonus ist als kostenlose Version (Prime) verfügbar, die für die Aufnahme und Bearbeitung alle wesentlichen Funktionen mitbringt.

Von Studio One ist auch eine kostenlose Version (Prime) erhältlich, die für die Aufzeichnung und den Tonschnitt ausreicht, jedoch bei der Nachbearbeitung an ihre Grenzen stößt. Dennoch kann ich sie zum Ausprobieren und erste Aufnahmen durchaus empfehlen. Sie lässt sich zudem jederzeit upgraden. Auch von Avid ProTools gibt es eine Gratis-Version (ProTools First). Diese ist jedoch ziemlich limitiert im Umfang und die Bedienung ist weniger intuitiv als bei den anderen Programmen. Eine weitere brauchbare Alternative, die im Weiteren jedoch nicht explizit besprochen wird, ist Magix Samplitude Music Studio, das für etwa 65 Euro zu haben ist. Das Programm bietet alle wesentlichen Funktionen, die man für Aufnahme und Bearbeitung benötigt. Mac-Nutzer können auch die DAW Logic Pro verwenden, jedoch ist die Lizenz mit 229 Euro etwas teurer als andere Programme. Das auf Apple-Computern verfügbare „Garage Band“ ist als Audio-Software nur eingeschränkt zu gebrauchen, weshalb vom Einsatz abzuraten ist. Alle Programme lassen sich für einen gewissen Zeitraum kostenfrei testen, so dass man letztlich jenes auswählen kann, mit dem man am besten zurechtkommt. Auch ein Blick ins Handbuch der Software ist für den Einsteiger immer ein guter erster Schritt.

Plugins für die Bearbeitung von Tonaufnahmen

Die Software-Suite Izotope RX erlaubt die effektive Nachbearbeitung von Sprachaufnahmen und die Korrektur von Fehlern.
Die Software-Suite Izotope RX erlaubt die effektive Nachbearbeitung von Sprachaufnahmen und die Korrektur von Fehlern.

Es finden sich im Netz einige kostenfreie Plugins, die für Sprachaufnahmen sinnvoll sein können, so etwa TBPro Audio dpMeter5 (Pegelmessung) oder die TOKYO DAWN LABS Free Plugins (Nova EQ, Kompressoren etc.). Melda Productions, Bluecat und Voxengo stellen ebenfalls einige kostenfreie Plugins zur Verfügung. Für den Anfang sollten aber wie gesagt die mitgelieferten Effekte und Tools völlig ausreichend sein.
Speziell für die Nachbearbeitung von Sprach- und Filmtonaufnahmen hat die Firma Izotope seine Plugin-Suite RX programmiert. Damit lassen sich Störgeräusche, Rauschen und andere unangenehme Störungen in den Aufnahmen mit nahezu chirurgischer Präzision entfernen. Von RX ist eine Einsteiger-Version (Elements) für gut 100 Euro zu haben (manchmal zu vergünstigten Konditionen ab 29 Euro). Die Standard-Version schlägt mit 300 Euro zu Buche und ist kaum etwas für Einsteiger. Dem Profi hingegen gibt sie Werkzeuge an die Hand, die so manche als unbrauchbar eingestufte Aufnahme doch noch zu retten vermag.

Lösung in Sachen Audio-Treiber

ASIO4ALL wird immer dann gebraucht, wenn ein nativer Treiber für das Interface fehlt oder inkompatibel mit dem eigenen System ist. Auf die korrekte Konfiguration ist dabei stets zu achten.
ASIO4ALL wird immer dann gebraucht, wenn ein nativer Treiber für das Interface fehlt oder inkompatibel mit dem eigenen System ist. Auf die korrekte Konfiguration ist dabei stets zu achten.

Ein kleiner Tipp noch für den Fall, dass das eigene Audio-Interface keinen ASIO-Treiber besitzt: PC-Anwender können sich mit der kostenlosen Software ASIO4ALL behelfen, die ersatzweise als ASIO-Treiber fungiert und beliebige Audio-Interfaces einbinden kann. Dies funktioniert je nach Gerät mal besser, mal schlechter. Es kann bei der Verwendung zu Aussetzern oder Verzögerungen des Audio-Signals kommen, deshalb sollte es nur die Notlösung sein. Unter www.asio4all.org kann das Programm samt Dokumentation heruntergeladen werden. Beim Mac-Computer werden Core-Audio-Treiber verwendet. Eine Alternative zu ASIO4ALL gibt es hier nicht, dafür sind hier die meisten Audio-Interfaces problemlos nutzbar. Im Zweifel sollte man beim Kauf des Interface auf die Auszeichnung „Mac/Apple-kompatibel“ achten.

Das Buch zur Artikelserie

Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z
Hörbuch selbst aufnehmen: Profesionelle Eigenproduktion von A bis Z.

In diesem Buch, das als Taschenbuch, Ringbindung und E-Book erhältlich ist, habe ich alle relevanten Inhalte zur Hörbuchproduktion in Eigenregie zusammengefasst und mit Bildern illustriert.

Einem gut produzierten Hörbuch hört man nicht an, wie komplex der Produktionsprozess dahinter ist. Es soll auf mitreißende Art eine Geschichte erzählen, während die Technik ausgeblendet wird. Die vielen Schritte, die bei seiner Entstehung nötig sind, sollen im Hintergrund bleiben. Damit eine Produktion gelingen kann, müssen viele Faktoren zusammenkommen: passende Technik, eine gute Akustik, eine optimale Vorbereitung des Manuskripts, eine klare Aussprache und Betonung des Sprechers, eine präzise Nachbearbeitung und ein Mastering, das den Anforderungen der gängigen Shops und Portale entspricht. Will man dies als Autor selbst und ohne externe Dienstleister meistern, gilt es schon vor Beginn des Aufnahmen einige essenzielle Fragen zu klären und sich mit den Tücken der Audio-Produktion vertraut zu machen. Dieses Buch soll genau hierbei Hilfe leisten und als Leitfaden alle Grundlagen und Schritte von A bis Z auf verständliche Weise erklären und anhand von Beispielen verdeutlichen. Nach der Lektüre werden Sie fit sein, ins Abenteuer Hörbuchproduktion zu starten.