Los, Hasso! Fass die Zielgruppe!

Oder: Wie man sein Buch auf Umwegen an den Leser bringt

Als Autor hört man immer wieder den gut gemeinten (und wohl auch tatsächlich guten) Rat, sich mit seiner Zielgruppe zu befassen und sein Schaffen dahingehend zu optimieren. Das ist ein Gedanke, der mir widerstrebt, was den Inhalt angeht, da ich dann zu allererst denke, ich müsse mich beim Schreiben irgendwie verbiegen. Aber genau das möchte man eigentlich nicht. Ich zumindest will schreiben, was ich selbst gut finde und das so, wie ich es gut finde. Mein Qualitätsmaßstab bin ich.
Aber je länger man darüber nachdenkt, desto sinniger scheint es, dass man sich von der Vorstellung löst, man müsse nach einem ominösen Massengeschmack schreiben. So weit muss es nicht gehen. Es ist sicher nicht schädlich, gewisse Genre-Konventionen zu kennen – um diese dann entweder zu befolgen oder bewusst zu ignorieren. Man sollte eben wissen, was man tut.

Verfluchtes Marketing!

Die Auseinandersetzung mit der Zielgruppe beschränkt sich aber nicht nur auf das Schreiben, sondern wird vor allem in der PR und im Marketing interessant (wieder so ein ekelhaftes Wort, Marketing, aber leider nötig). Man kann nämlich – dort, wo es thematisch passt – interessante zielgruppengerechte Buch-Aktionen machen.
Ich skizziere es mal an einem Beispiel. Für meinen skurrilen Science-Fiction-Roman „Die Weltengang-Maschine“ läuft gerade eine Verschenk-Aktion auf der Metal-Website www.metaller.de. Dazu gehört auch ein großer Artikel über mich und meine bisherigen Werke. Im ersten Moment denkt man: Hä? Buchvorstellung auf einer Seite, die sich hauptsächlich mit Heavy Metal befasst? Ja! Das ergibt deshalb Sinn, weil in meinem Buch eine Black-Metal-Band eine große Rolle spielt und auch die Musik darin oft zur Sprache kommt. Es wimmelt quasi vor Anspielungen auf diese Szene. Das macht das Buch für den Metalhead interessant und schafft auch die nötige Relevanz für einen solchen Artikel.

Kreativ werden

Das ist nur ein Beispiel, das für mich und mein Buch passt. Man kann das, je nachdem, um was es im jeweiligen Buch geht, auf beliebige andere Spartenmedien adaptieren. Spielt darin etwa eine Gärtnerin die Hauptrolle, die durch wundersame Weise herausfindet, dass eine ihrer Blumen ein Heilmittel für die Demenz ihrer Oma bietet, eröffnen sich andere Optionen. Man könnte das wunderbar auf Gartenblogs und dergleichen thematisieren. Wenn sie dann noch von skrupellosen Pharmareferenten verfolgt wird, die hinter das Geheimnis ihrer Pflanzenheilkunde kommen wollen, könnte es auch was für die Apotheken Umschau sein. (Oder eben gerade nicht.)
Also, man sollte kreativ sein, sich fragen, worum geht es in meinem Buch noch? Welche anderen Interessen haben die Leser vielleicht, die eine Verbindung zum Inhalt oder den Charakteren haben? Damit eröffnen sich sicher oft Chancen, neue Leser zu erreichen. Ich wünsche viel Erfolg dabei!

Wer sich den Beitrag auf Metaller.de ansehen mag, der klicke hier. Die Verschenk-Aktion läuft über Facebook.

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